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Bruno HesseHesse, Bruno, Maler, * 9.12.1905 Zürich. - Sohn des Schriftstellers Hermann Hesse. Wird seit 1920 von Cuno Amiet auf der Oschwand im Malen angeleitet. Studiert 1926-1927 an der Ecole des Beaux Arts in Genf, 1927-1930 während der Wintermonate jeweils an der Acad. Julian in Paris, während der Sommermonate auf der Oschwand. Studienreisen: 1928 Italien, 1930 Frankreich, 1931 Holland, 1932 Balkan. Lebt bis 1936 auf der Oschwand, 1936-1939 in Juchten, seit 1939 in Spych bei Oschwand. Malt Blumenbilder u. Landschaften kleineren Formats in Öl u. Aquarell, so z. B. das Aquarell Burgäschisee (Mus. Olten) u. pflegt die Radierung: Berner Bauernhof (1933, Graph. Sig. ETH Zürich). Ausst.: Bern 1928, 1943. Gal. Aktuaryus Zürich 1929 (mit W. Hartmann u. G. Scartezzini). Biel 1935 (mit Werner Miller). Schweiz. Nat. Kunstausst. 1936. Olten 1937. Gal. Christen Bern 1943. Kunsthalle Bern 1943 (Kunstwerke aus bernischem Staatsbesitz), 1943 (zus. mit Amiet, Gonthier, Miller). Gewerbeschulhaus Langenthal 1953 (Der Beitrag des Oberaargaus zum bernischen Kunstschaffen). Kunststube Maria Benedetti Küsnacht 1956. Jährlich Herzogenbuchsee u. Langenthal. Lit.: L'Art en Suisse, 1928 p.77. - Jahresbericht der Städt. Museen Olten, 1950 p.7. Bruno Hesse hat sich immer wieder Notizen gemacht, so auch zu Gesprächen mit seinem Vater, Hermann Hesse. Diese Aufzeichnungen finden Sie hier. Erinnerungen an frühere Zeiten mit Karl Beutler.Karl und ich haben uns im Winter 1926/27 in Genf kennengelernt, wir studierten dort an der Ecole des Beaux Arts. Gegen den Frühling hin zogen wir oft an den schulfreien Tagen, Donnerstag und Sonntag, miteinander aufs Land hinaus zum Malen und Zeichnen : auf den Mont Salêve, und im schönen Kanton Genf herum. Wir beschlossen, im nächsten Winter zusammen nach Parie zu gehen, an die Académie Julian, wo mein Onkel Cuno Amiet früher auch war, mit seinem Freund Giovanni Giacometti. So reisten wir im Spätherbst 1927 miteinander nach Paris. dort wohnten wir in einem alten Hotel an der Rue de la Montagne Ste. Geneviève. Von unserem Zimmer aus hatten wir eine schöne Aussicht, auf den kleinen Platz mit der Brunnen und Uhr die Ecole Politechnique hin nach dem Quartier Ménilmontant. Wir gingen in die Académie Julian, meldeten uns dort bei Direktor Dupuits, Das Atelier, wo wir nun während der Wintermonate zeichneten, sah recht originell aus - es war ein ehemaliger Pferdestall. Einmal in der Woche kam Professor Laurent korrigieren. Manchmal ging es recht lustig zu im Atelier. Jeder neue Schüler musste der Klasse zu Trinken zahlen, so auch wir beiden "Petits Suisses". in der Pause hiess es "on va boire", die ganze Bande zag ins nahe Bistro, zu "Petitjean", wo Kaffee oder Chocolat getrunken wurde. Wir fanden nette Kameraden und liebe Freunde : den Japaner Yoshiro Ezaki (älter als wir), der im Krieg in Japan den rechten Am verloren hatte; Krikor Bedikian, ein junger Armenier, trat auch in diesem Winter in die Akademie ein; Raimond Tellier (auch älter als wir) arbeitete im obern Atelier. Auch ein paar Kameraden aus der Schweiz kamen nach Paris, wo wir nun während 3 Wintern waren : unser Fremd Hans Meyer (den wir in Genf kennengelernt hattet), Nino Vitali, 1930 kamen Hans Obrecht und Fred Bernegger, auch August Frei trafen wir in Paris. Im Frühling 1928, auf der Heimreise von Paris, waren Karl und ich unterwegs noch in Genf bei Hans Meyer, dann blieb Karl noch ein paar Tage bei uns auf der Oschwand, kam mit nach Bern zur Eröffnung der grossen Amiet-Ausstellung, zu Onkels 60. Geburtstag. Da gab es grosse Festlichkeiten, ein Bankett, mehrere Reden. Viele Bekannte waren da, frühere Schüler von Onkel Amiet. Ruedi Welti fuhr nachmittags mit seinem kleinen Auto mit Karl, Mineli und mir in die Stockern-Steinbrüche hinauf. Im Sommer 1923 war meine Mutter ein paar Tage in Zürich (wo Heiner in der Décorateur-Lehre war). Ich fuhr per Velo hin, und auch Karl km per Velo von Scherzingen. Wir besuchten Hans Meyer. Tage darauf fuhren Karl und ich dann miteinander per Velo nach Scherzingen, Unterwegs in einem Dorf plauderten wir mit einem Mädchen, und Karl brachte sie durch allerlei Andeutungen dazu, dass sie in den Keller hinabstieg und Most holte. Abends kamen wir in Scherzingen an und wurden von Karls Eltern lieb empfangen, ich konnte dort übernachten. Karl, sein Bruder Albert und ich machten eine Velotour, nach Konstanz und auf die Insel Reichenau. Als ich wieder heim fuhr, begleitete Karl mich bis Stein am Rhein. In Paris luden wir manchmal Freunde und Kameraden zu uns zum Abendessen ein, kochten dann einen Risotto, ein Freund brachte Wein mit. Manchmal waren wir auch bei Hans Meyer in seinem Atelier (an der rue d'Alesia) zu Spaghetti eingeladen, und brachten dazu aus einem nahen Krämerladen "Vin de Corse rosé" mit. Im zweiten Pariser Winter lernten wir Kitty de Josselin de Jong (holländische Schriftstellerin) kennen. Sie war mit einer Freundin in Paris, und da mit mit meinem Vater korrespondierte, schrieb er ihr meine Adresse in Paris (rue St. Médard). Wir luden sie und ihre Freundin zu uns zum Mittagessen ein (zu unsrem Risotto). Erst im März 1930 gingen wir dann wieder nach Paris. In diesem Frühling waren auch Hans Obrecht und Fred Bernegger in Paris. Wir trafen auch Kameradinnen, die wir von Genf her kannten: Häsli (Elsi v. Tobel), Trudi Schneebeli, Hilde Grob. Einen Abend, als Karl und ich im Jardin du Luxembourg beim mitgebrachten Abendessen sassen, wurden wir von hinten, aus dem Gebüsch, mit Steinchen beworfen - es war Evi Schädelin, die sich diesen Spass machte. Karl kam auch einmal nach Ascona, als ich dort bei Mutter in den Ferien war. Später, 1936, kam er mit Friedel nach Ascona zu Besuch. In Brissago, wo wir beim Tee sassen, hörten wir am Italienischen Radio, dass Italien der Krieg gegen Abessinien beginnt. (Im April 1981 aufgeschrieben) Bruno Hesse ![]() |
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